Wenn das Internet ausfällt

Wie groß unsere Abhängigkeit vom Internet inzwischen ist, zeigte sich, als Anfang 2008 im Mittelmeer zwei Datenkabel beschädigt wurden. Im gesamten Nahen Osten herrschte für kurze Zeit ein Datenchaos. In Ägypten war fast der ganze Datenverkehr vom Ausfall betroffen. Die Ursache dafür lag im Hafen von Alexandria. Dort entlang verlaufen zwei Hauptglasfaserverbindungskabel aus Europa. Bis nach Indien waren die Auswirkungen zu spüren. Es zeigt, dass man sich in Zukunft auf einen solchen GAU vorbereiten sollte, da das Internet bekanntermaßen immer mehr an Bedeutung zunimmt.

Katastrophe für I-Net-Firmen

Hängt der geschäftliche Erfolg eines Unternehmen von einem funktionsfähigen Internet ab, ist ein solcher Vorfall besonders bitter. Am schlimmsten von dem Unfall war die Finanzwelt vor Ort betroffen. Firmen, die über eine Festnetzleitung telefonierten und kein VoIP nutzten, konnten dagegen aufatmen. Der Flughaven von Kairo war vollkommen lahmgelegt, weil keine Flugtickets mehr verkauft werden konnten.

Wie man sehen kann, bringen neue Techniken auch immer neue Probleme mit sich. Alles, wo reserviert, gebucht oder bestätigt werden musste, fiel den defekten Glasfaserkabeln zum Opfer. Der Kairoer Kommunikationsminister bat die Bevölkerung, auf das Herunterladen von Dingen, die nicht unbedingt nötig sind, zu verzichten.

Erschreckende Abhängigkeit vom Internet

Filme und Musik würden sonst die verbleibenden 10% Restkapazität überanspruchen, so dass wirklich wichtiger Datenverkehr stecken bleiben würde. Der Versuch, einen Teil der Netzlast auf Satelliten zu verteilen, brachte nur wenig Entspannung. Europäische Firmen bemerkten von dem Unfall etwas, wenn sie einen Teil ihrer Arbeit z.B. in den Nahen Osten ausgelagert hatten oder Geschäftsbeziehungen zu ihm pflegen. Erleichtert waren alle, als ein Reparaturschiff die defekte Stelle auf der Unterwasserstrecke zwischen Italien und Ägypten orten und beheben konnte.